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28.1.2012 : 5:53 : +0100

Mitgliedsantrag

Unseren Antrag auf Mitgliedschaft im ADAV Weimar finden Sie hier als PDF-Dokument.

Willkommen beim Afghanisch- Deutschen Ärzteverein

Der ADAV Weimar e.V. leistet wissenschaftliche und praktische Hilfe beim Aufbau der medizinischen Einrichtungen und einer leistungsfähigen Gesundheitsstruktur in Afghanistan;

hilft bei der Errichtung von kleinen leistungsfähigen Spezialkliniken, realisiert Wissenstransfer in Afghanistan; durch die Fortbildung der afghanischen Ärzte und des medizinischen Personals, durch Entsendung von Ärzten als Dozenten aus Deutschland und Europa und durch die Vermittlung der afghanischen Ärzte als Stipendiaten in Krankenhäuser in und außerhalb Afghanistans;

organisiert Klinikpartnerschaften in Deutschland und Afghanistan.

7. Symposium 2011 Kabul

Nach umfangreicher Vorbereitung konnten wir auch dieses Jahr – wie immer im November – unseren Einsatz in Afghanistan realisieren. 3 Aufgaben standen im Vordergrund: 1. ein jährliches orthopädisches Symposium zu organisieren und durchzuführen   2. direkte ärztliche Hilfe in Form von Sprechstunden und Operationen in der orthopädischen und neurochirurgischen Uniklinik Kabul zu leisten  und 3. die Telemedizin in Afghanistan zu etablieren. Wir – das sind als „Reisestamm“ Dr. Azim Mosafer aus der Wirbelsäulenchirurgischen Klinik der Zentralklinik Bad Berka und der Autor Dr. Cornel Eisfeldt aus der Orthopädischen Uni.-Klinik Jena-Eisenberg.

Am Sa. dem 12.11.2011 startete unser Flieger in Frankfurt, nach einer Zwischenlandung in Dubai ging es mit Safi-Airways nach Kabul, wo wir am Sonntagmorgen des 13.11.2011 landeten. Das Wetter war dieses Jahr wieder sehr schön, täglich strahlender Sonnenschein und Temperaturen wie Anfang Oktober in Deutschland. Dazu kam, dass die ansonsten staubige und diesige Luft in Kabul wie bereits 2010 dieses Jahr fehlte. 

Im privaten Gästehaus empfing uns der Hausherr mit einem leckeren Frühstück und natürlich Tee, danach gingen die Vorbereitungen für das 7. afghanisch-deutsche Ärztesymposium los. Dieses stand wieder unter dem Leitthema „Telemedizin“.  Im großen Hörsaal der Medizinischen Universität Kabul eröffnete 3 Tage später der Kanzler der Universität das Symposium bei lebhafter Teilnahme der örtlichen Ärzteschaft, aber auch von Medizinstudenten. Wir konnten zeigen, dass telemedizinische Projekte in Afghanistan bereits Realität sind und beeindruckten die anwesenden Kollegen mit Lifedemonstrationen (konsiliarische Vorstellungen von Fällen in einigen Uni.Kliniken in Deutschland). Kollegen von einer Privatuniversität in Kabul waren dermaßen interessiert an den telemedizinischen Möglichkeiten, dass wir einige Tage später dort unsere Beiträge noch einmal vortrugen. Sehr wohltuend empfanden wir den Eifer einiger jugendlicher Ärzte – namentlich Azim Youssuf – die unser Projekt uneigennützlich von früh bis spät unterstützten. Azim spricht neben Dari und Pashtu (den beiden Hauptsprachen Afghanistans) fließend Englisch und auch schon ganz gut Deutsch (er lernt es im Goethe-Institut Kabul) und erwies sich in vielen Situationen als genialer Computerexperte.

Zum Zeitpunkt unseres Aufenthaltes in Afghanistan fand gerade die zweite große afghanische Volksversammlung innerhalb der letzten 10 Jahre statt, was durch die Sicherheitsmaßnahmen die tägliche Arbeit sehr erschwerte. Insofern beschlossen wir, diese 3 Tage zu nutzen, um in Mesar-e-Sharif an der dortigen Universität neue Kontakte zu knüpfen und eine direkte telemedizinische Verbindung zwischen Mesar-e-Sharif und unseren Kliniken in Deutschland herzustellen. Mesar-e-Sharif empfing uns zwar mit Kälte und Dauerregen, beeindruckend aber der Elan sowohl des Lehrkörpers als auch der Studenten der Universität, diese vom Niveau her an den internationalen Standard heranzuführen. Auch in Mesar-e-Sharif konnten wir direkt Patienten untersuchen und Therapieempfehlungen aussprechen. Wunderschön war wieder die Fahrt „über Land“ mit unserem treuen Fahrer durch den verschneiten Hindukusch, vorbei an Minenräumkommandos, durch Flussoasen, durch die einsame Steppe Nordafghanistans (an Mittelasien erinnernd) – wobei wir zu unserem Erstaunen die erste nun endlich fertige normalspurige Eisenbahnstrecke Afghanistans kreuzten, die von der usbekischen Grenze nach Mesar-e-Sharif führt. 

Wieder zurück im sonnigen Kabul zeigte sich nun, dass zwar viele Patienten auf unsere Hilfe warteten, jedoch die Operationstrakte in der Orthopädischen bzw. Neurochirurgischen Uni.Klinik größere operative Eingriffe nicht zuließen. Was tun ? In dieser Situation kam uns unsere langjährige Freundin Monisa (der afghanischen Jugend ist sie bestens als strenge Jurorin in „Afghanistan sucht den Superstar“ bekannt, derzeit arbeitet sie im Gesundheitsministerium) zu Hilfe und vermittelte uns zum Kommandanten des zentralen Militärkrankenhauses Kabul. Dieses zentrale Militärkrankenhaus ist ein scheinbar unverwüstlicher Prachtbau aus dem Jahr 1978, innen und außen mit Marmor verkleidet und bietet logistisch alle Annehmlichkeiten für Chirurgen – zumal auch Labor, Röntgen incl. CT und MRT unter einem Dach vereint sind. Der Kommandant ermöglichte uns die tägliche Nutzung eines Operationssaales, wir durften frei über Betten und Untersuchungsräume verfügen. So war es uns zum ersten Mal möglich , auch in Serie anspruchsvolle operative Eingriffe an der Wirbelsäule durchzuführen (u.a. mit Einsatz eines Operationsmikroskops). Diese Erfolge sprachen sich recht schnell rum, so dass wir auch von Patienten der „high society“ Afghanistans aufgesucht wurden.

Nicht unerwähnt bleiben sollte unser Besuch bei Abdul, der vor vielen Jahren als kriegsverletzter Junge nach Weimar kam. Abdul lebt unter sehr ärmlichen Verhältnissen mit seinen vielen Geschwistern in einem Dorf ca. 15 km westlich von Kabul, leider kann er, obwohl er ein intelligenter und aufgeweckter Junge ist, keine höhere Schule besuchen, so dass seine Zukunft wohl ungewiss bleibt.

Kabul wächst und wächst, im Nordwesten entstehen weitere Neubaugebiete mit sehr schönen Appartmenthäusern, neben den PKW-Massen und der ersten „McDonald-Filiale“ ein Zeichen für bescheidenen Wohlstand einer entstandenen afghanischen Mittelschicht. Viel lieber denken wir jedoch an die Abende in den kunstvoll verzierten Herrenhäusern Kabuls unserer liebenswürdigen Gastgeber mit Musik und köstlichen Speisen, in Anlehnung an den „Drachenläufer“ von Chaled Husseini konnten wir die berühmten Kabuler Drachen bis 2 km in den Himmel steigen lassen und dann gegeneinander kämpfen. Denkmalschutz gibt es nicht, so bleibt nur zu hoffen, dass kunst- und geschichtsinteressierte Afghanen diese Villen für die Zukunft erhalten. 

Mit zahlreichen neuen Eindrücken von Afghanistan, aber auch um viele Erfahrungen reicher, ging es dann am 26.11.2011 zurück nach Deutschland.

Dr. med. Cornel Eisfeldt

Reisebericht

Kabul April 2011. Telemedizin Pilotprojekt

2010 wurde das Symposium Telemedizin in Zusammenarbeit mit der Uni-Kabul veranstaltet. Dabei wurde die Telemedizin als eine Möglichkeit zur Verbesserung der medizinischen Versorgung der Patienten vorgestellt.

Den gesamten Bericht können Sie hier herunterladen.